Beziehungen

von Swami Rama

Swami Rama

Dies ist ein Auszug aus dem Buch “Der Weg des Feuers und des Lichts” von Swami Rama (siehe Bücher von Swami Rama)

Bewusst oder unbewusst ist deine kundalini erwacht, wenn du dynamisch bist, wenn du in deinem Leben etwas erreicht hast, das ungewöhnlich und unüblich oder einzigartig ist. Dies geschieht durch das Aufsteigen von kundalini. Viele Schüler interessieren sich für kundalini, die spirituelle Energie, aber sie verstehen sie im Grunde nicht. Wir werden über die kundalini Kraft später ausführlicher sprechen, aber erst musst du lernen, wie du mit deiner Persönlichkeit im Wachzustand arbeiten kannst, weil das der Bereich ist, wo du Hindernisse für dich schaffst.

Glaube nicht, dass du die Aufgabe, erleuchtet zu werden, ausserhalb der Welt lösen kannst. Ja, du brauchst Zeit, um zu üben, aber um das zu können, musst du deine Zeit in der Welt einteilen. Es gibt einige Menschen, die sehr systematisch üben, aber sie sind trocken und rauh im Umgang mit anderen. Sie verärgern ihren Ehepartner und ihre Kinder. Aber es gibt andere Menschen, die liebevoll sind und ihr persönliches Leben danach ausrichten, noch in dieser Lebenszeit, hier und jetzt, die Erleuchtung zu erlangen. Du musst Entschlossenheit zeigen.

Partner kritisieren manchmal den Weg des anderen: Denke niemals, dass jemand anders nicht gut übt und du gut übst. Das ist keine Spiritualität. Wenn du gut übst, solltest du glücklich sein, nicht eifersüchtig, wenn jemand anders übt.

In der Spiritualität gibt es keine Eifersucht. Es mag Wettstreit geben, aber keine Eifersucht. Ja, du kannst mit deinem Partner konkurrieren. Wenn dein Partner sehr spirituell ist, dann wirst du sogar noch spiritueller, das ist gut für dich. Aber wenn du dich bei dem Gedanken, dass dein Partner spirituell ist, schlecht fühlst, weil du nicht so spirituell bist, ist das nicht hilfreich. Lass dich nie in deinem Leben auf solchen negativen Wettstreit ein.

Es gibt ein wichtiges Prinzip, die Wahrheit, das du in deinen Beziehungen in der äusseren Welt anwenden möchtest. Sprich keine Wahrheit aus, die beleidigend, verletzend oder schädigend ist. Das ist keine echte Wahrheit. Nach der Yogawissenschaft sollte als erstes nicht Wahrheit, sondern Liebe geübt werden, und es gibt einen Unterschied zwischen Liebe und Wahrheit. Wahrheit ohne Liebe ist eine leere, hohle Erfahrung. Kein Nachschlagewerk auf der Welt erklärt eigentlich, was Liebe bedeutet, mit Ausnahme der Yogalehren. Sie sagen, Liebe sei ahimsa. “A” bedeutet nicht, himsa bedeutet töten, schaden oder verletzen.

Wenn du also versuchst, Liebe zu praktizieren, solltest du zunächst üben, nicht zu verletzen, zu schaden oder zu beleidigen. Geh nicht in die Welt hinaus, um dies zu üben; beginne bei deinem Nächsten, den du am meisten liebst, und übe es mit ihm oder ihr, denn du hast ein Gelübde abgelegt, als du geheiratet hast. Wenn du jemanden als deinen besten Freund akzeptiert hast, mit dem du dich verbunden fühlst, mit dem du sprechen, teilen und fühlen kannst, dann übe als erstes, ihm nicht zu schaden, ihn nicht zu beleidigen und nicht zu verletzen. Dies ist wirklich ausgeführte Liebe. Entschliesse dich, egal was passieren mag, dass du nie versuchen wirst, die Person, die du liebst, zu verletzen, ihr zu schaden oder sie zu beleidigen. Manchmal meinst du etwas, aber dein Partner denkt, du meinst etwas anderes. Oft wird deine Festigkeit, Entschlossenheit und deine sankalpa sakti (Entschlussfähigkeit oder Entschlossenheit) falsch verstanden. Schwäche deinen Partner nie. Du möchtest manchmal, dass dein Partner sich an dich anlehnt und machst ihn oder sie schwach, aber das ist nicht gesund.

Wenn du jemanden liebst, liebst du ihn meist nicht intensiv, so dass du keine echte Freude daran hast. Kein Objekt und keine Person hat die Kraft, dich auszufüllen. Die Intensität deiner Liebe, deine Sensibilität ist es, die dich Freude empfinden lässt. Verliere diese Sensibilität nicht.

Leben und Beziehungen sind eng miteinander verbunden. Sie sind praktisch ein- und dasselbe: Leben und Beziehungen. Wenn du zu jemanden eine Beziehung hast, bedeutet das, dass jemand etwas von dir möchte und du etwas von ihm möchtest, und ihr teilt miteinander. Das macht eine Beziehung aus. Eine Beziehung bedeutet teilen; manchmal ist dies gegenseitig, manchmal nicht. Meistens ist es nicht der Fall. Wenn eine Beziehung unausgeglichen wird, einseitig und fordernd, dann beginnt sie zu kränkeln, und du möchtest sie verlassen.

Aber du kannst ohne Beziehungen nicht leben. Du brauchst sie, um in der Welt zu leben, egal in welcher Form du dienst, ob als Priester, Entsagender, Haushaltsvorstand oder als weltlich orientierter Mensch; du musst lernen zu kommunizieren. Leben bedeutet Beziehungen und Kommunikation. Kommunikation ist sehr wichtig, und sie beginnt, wie wir bereits besprochen haben, bei deinen Gedanken, nicht erst bei deinem Verhalten.

Du musst lernen, dich so auszudrücken, dass du zum Vorbild wirst, damit du nützlich werden kannst, damit dein Wissen von anderen geteilt und verstanden werden kann, damit dein Wissen von anderen aufgenommen werden kann. Das wird Teil deiner Ausbildung. Du musst lernen, dieses Gesetz der Kommunikation in der Aussenwelt zu verstehen, sonst wirst du keinen Erfolg haben.

Kommunikation ist ein wesentlicher Teil der Erziehung, die von zu Hause mitgegeben wird. Wenn die Eltern mit ihren Kindern nicht gut kommunizieren, dann haben die Kinder dieses Problem bis zum letzten Atemzug ihres Lebens. Niemand kann ihnen helfen – keine Psychologie, Philosophie oder Therapie – denn die Samen der Kindheit sind sehr tief gesät.

Wenn du Kinder hast, darfst du keine Mühe scheuen, dich selbst zu ändern. Ihr seid grosse Lehrer, aber ihr habt auch etwas von ihnen zu lernen: lerne Humor und Freude. Woher haben sie diese ununterdrückbare Freude, die sie ständig hüpfen lässt? Sie kümmern sich nicht um die Dinge, die du für das Beste hältst und nicht um solche Dinge, denen du keinen Wert beimisst, sie bewerten auf die gleiche Art, wie sie ein Haus auf Sand bauen. Sie machen sich nichts aus deinem Reichtum und Bankkonto, deiner Intelligenz oder deinen Zertifikaten und Bescheinigungen, die du auf Hochschulen oder Universitäten erworben hast. Sie freuen sich und sind glücklich – sie sind in vieler Hinsicht besser als du.

Im Gegensatz dazu beobachte, wie sehr du an deiner Familie hängst. Du nennst es Liebe, aber das ist nicht wahr. Es ist nicht Liebe, es ist Eigennutz und Anhaftung. Wann immer du anhaftest, bist du egoistisch. In der Liebe gibst du; in der Anhaftung nimmst du. In der Anhaftung möchtest du nicht geben; du möchtest besitzen. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Haben und Geben. Diejenigen, die lernen zu geben, werden Liebende genannt. Diejenigen, die nur lernen zu empfangen, sind Bettler. Diejenigen, die starke Anhaftungen haben, fügen anderen und sich selbst grosses Leid zu. Diejenigen, die teilen und gern geben, erweisen denjenigen einen grossen Dienst, die sie lieben. Da ist ein riesiger Unterschied zwischen Liebe und Anhaftung.

Im Allgemeinen erwartest du von der Welt zu viel. Im eirunde gibt es zwei Welten: Die von dir geschaffene Welt und die von der Vorsehung geschaffene Welt. Das, was dir Probleme bereitet, ist von dir geschaffen worden, durch deine Mutter, durch Vater, Brüder, Schwestern und deine Beziehungen.

Die von dir geschaffene Welt bereitet dir Probleme. In der Vergangenheit warst du auf die Zukunft ausgerichtet. Lerne, dir deine Welt so einzurichten, dass sie dir keine Probleme bereitet. Du bist ein menschliches Wesen, und du hast die Kraft, das Verständnis und das Wissen. Stattdessen verschwendest du deine Energie, indem du Gott anrufst und von ihm erwartest, dass er deine Probleme löst. Du wiederholst das gleiche bei deiner Frau oder deinem Mann. Du erwartest etwas, das er oder sie nicht haben.

Erwartung ist die Mutter allen Leidens in einer Beziehung. Würdest du nicht so viel erwarten, wärst du glücklich. Keine Erwartungen zu haben, bedeutet, glücklich zu sein. Teilt, geniesst und gebt euch gegenseitig freiwillig, was immer ihr habt. Das sollte der Grundsatz sein. Wenn man zuviel voneinander erwartet, bringt das nur Leid und führt zur Scheidung. Du wirst die Liebe geniessen können, wenn du sie nicht vom anderen erwartest. In dem Augenblick, wo du erwartest, beginnst du zu rechnen, und dann bist du enttäuscht, und du gehst zu einem anderen Mann oder zu einer anderen Frau, und dann wirst du wieder enttäuscht.

Weder die Menschen im Osten noch im Westen sind vollkommen glücklich. Nachdem ich sowohl im Osten als auch im Westen viele Ehepaare beraten habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass niemand glücklich ist, weil nur der glücklich ist, der in sich ruht. Jemand, der in sich ruht, versteht, was echtes Glück bedeutet.

Ihr empfindet Liebe für einander und fühlt euch “verloren”, wenn ihr euch als Mann und Frau begegnet, denn die Sinne nehmen Kontakt auf mit Materie, und als Ergebnis davon erfährst du entweder Schmerz oder Freude. Aber jenseits dieser Freude gibt es eine andere Freude, die sogenannte geistige Freude, und jenseits davon gibt es die spirituelle Freude. Darüber hinaus gibt es noch einen Zustand der absoluten Freude. Lerne, dich jenseits der physischen Ebene zu bewegen und dich nicht in dieser Erfahrung zu verlieren oder zu verlaufen.

Wir sind alle unterwegs zu dieser Quelle des Schweigens, und du kannst sie Gott nennen, Nirvana oder wie immer du willst. Es gibt viele Wege, eine Vielzahl von Sprachen und Wegen, aber sie gehen alle zu einer Quelle. Man mag ihnen verschiedene Namen geben; wir haben viele Namen für die Sonne. Du sagst, du möchtest Gott, aber vielleicht willst du lediglich Realitäten beiseite schieben, die du vergessen möchtest. Du fliehst vor etwas, aber du sagst, du seist auf der Suche nach Gott. In Wirklichkeit suchst du aber nach einem Partner für dich, und da du nicht ehrlich sein kannst, sagst du, du möchtest Gott. Sei ehrlich zu dir selbst: Was möchtest du wirklich? Frage dich selbst, ob dein Wunsch echt ist und hilfreich. Wenn dieser besondere Wunsch erfüllt wird, wirst du dann glücklich sein? Kein Wunsch, selbst wenn er erfüllt ist, kann dich glücklich machen, weil diese Erfüllung nur einen weiteren Wunsch nach sich zieht, und dann versuchst du wieder, ihn zu erfüllen. Im Laufe deines ganzen Lebens giesst du immer wieder Öl in das Feuer, und es entsteht nur Rauch, aber kein Feuer.

Auf dem Weg der Übung kann man missverstanden werden. Viele Ehen gehen auf dem Weg der Spiritualität auseinander. Wenn dein Partner nicht spirituell ist und deinen Weg nicht versteht, wenn sie oder er sich dir in den Weg stellen, kannst du nie Spiritualität üben. Deine Spiritualität wird zerstört. Du und dein Partner, ihr solltet euch vollkommen verstehen. Dann kannst du üben. Wenn einer von euch keinen Fortschritt machen möchte, kann der andere es nicht.

Wenn du in der Welt leben möchtest, führe ein spirituelles Leben. Ohne dies ist das Leben eine Hölle. Und um das zu tun, lernt euch anzupassen, euch gegenseitig zu verstehen. Dann wird etwas möglich sein. Wenn du dagegen die Welt ganz allein anschaust, in der Welt lebst, wird man dich nicht verstehen, und man wird dich kritisieren, du wirst auf eine niedere Ebene zurückgezogen, und es folgt ein Sturz. Dann ist deine Zeit und Energie verschwendet. Du solltest deine Ziele mit deinem Partner besprechen, ihm sagen, dass dies das Wichtigste in deinem Leben sei. Es ist dein Hunger und Durst. Du möchtest den spirituellen Weg gehen, und ihr könnt euch gegenseitig helfen. Eine Frau kann ihrem Mann helfen. Hinter jedem grossen Mann in der Welt stand immer eine grosse Frau. Frauen sind eine grosse Kraft. Frauen können die Erleuchtung finden, und sie können auch anderen helfen. Die Kraft, über die Frauen verfügen, haben Männer nicht, aber das, worüber ein Mann verfügt, braucht eine Frau ebenfalls. So könnt ihr, wenn ihr euch versteht und auf diese Art und Weise zusammenarbeitet, euer Leben gut einrichten.

Wenn du alleine bist, ist das auch gut und in Ordnung. Benutze keinen anderen Menschen als Krücke. Das grosse Wesen ist in dir; warum unterhältst du dich nicht mit ihm? Eine der schönen Früchte in diesem giftigen Lebensbaum ist satsanga. Satsanga bedeutet, sich satya, der Wahrheit, jederzeit bewusst zu sein. Wenn der Herr des Lebens dich nicht beschützen kann, wie sollte dich ein kleiner Mann schützen, dessen Körper schwach ist und der Veränderung, Tod und dem Zerfall unterworfen ist? Wenn du bei dem Herrn des Lebens nicht sicher bist, wie kannst du in den Händen von irgendjemandem sicher sein? Wenn du den Herrn des Lebens nicht als deine Wirklichkeit und deinen Retter, deinen Meister und Führer annimmst, wie können ein Mann oder eine Frau helfen? Mit solchen Gedanken kannst du dich innerlich stärken.

Schaffe deinem Partner keine Konflikte. Fordere ihn nicht auf zu üben; ihr solltet euch gegenseitig geistige Freiheit lassen. Zwischen Ost und West besteht ein grosser Unterschied. Im Osten bist du geistig frei. Du lebst unter einem Dach, und jedes Kind hat die geistige Freiheit, die Spiritualität so auszuüben oder zu akzeptieren, wie es das möchte. Spiritualität ist ein Muss in ihrem Leben, aber jeder kann seinen eigenen Weg der Spiritualität gehen.

Im Westen ist das nicht so, dort ist alles sehr starr. Im Westen gibt es geistige Abhängigkeit, im Osten dagegen physische Abhängigkeit. Du kannst nicht jeden heiraten, den du möchtest, oder jemanden mit nach Hause bringen und die ganze Familie stören. Im Osten gibt es soziale Unfreiheit und im Westen geistige Gebundenheit. Aus diesem Grunde leidet sowohl der Osten als auch der Westen.

Es gibt eine Anzahl von Punkten, die den Unterschied zwischen Ost und West klar definieren. Aber alle Menschen sind Menschen. Alle Menschen haben ein- und dieselbe Vorstellung, was die Spiritualität anbelangt. Deine Einstellung dazu sollte zur Zufriedenheit führen, und wenn du zufrieden bist im Leben, bist du glücklich. Glücklichsein liegt vollkommen in deiner Hand und nicht in den Händen Gottes.

Gott will dich nicht glücklich machen. Gott ist bereits in dir. Gott ist überall. Warum suchst du das Glück in deiner Umwelt? Du lehnst dich an andere an. Jede Frau träumt davon, jemanden zu heiraten, der sie glücklich macht, aber das ist nicht möglich. Kein Mann kann eine Frau glücklich machen, und keine Frau hat die Fähigkeit, einen Mann glücklich zu machen. Beide wünschen sich ihr Glück vom anderen. Dann vergeht das Glück, und die Erwartungen werden grösser und grösser, und beide werden unzufrieden.

Glück stellt sich in dem Augenblick ein, wo du erkennst, dass die grosse Person, nach der du suchtest, in dir ist. Dieser winzig kleine Mann oder die winzig kleine Frau neben dir ist nichts weiter als eine Art äusserer Begleiter, mit dem du glücklich sein kannst. An dem Tag, an dem eine Frau lernt, ihren Mann deshalb innig zu lieben, weil er ihr Ehemann ist und für sie eine Hilfe in der äusseren Welt, aber nicht der Herr ihres Lebens, wird sie wissen, was Glück ist. Dasselbe gilt für einen Mann.

Das Problem liegt darin, dass du von etwas Kleinem und Begrenztem etwas Grosses und Mächtiges erwartest. Ihr werdet verunsichert, und einer sagt zum anderen: “Du machst mich nicht glücklich”. Aber niemand kann dich glücklich machen. Du hast recht und er hat recht, aber ihr seid beide unglücklich aufgrund verkehrter Vorstellungen. Erwarte von niemanden das Glück; es ist etwas, das du nur in dir finden kannst.

Glücklichsein und Unglücklichsein sind Vorstellungen, die du im Geiste formst. Wenn du selbstsüchtig wirst, möchtest du etwas so haben, wie du es willst. Wenn das nicht geschieht, wirst du ärgerlich, und das nennt man Unglücklichsein. Versuche, die Wirklichkeit zu verstehen; wenn du die Dinge so siehst, wie sie sind, wirst du nie unglücklich sein. Dann erwartest du von der Wirklichkeit nicht zuviel. Die Objekte der Welt sind dem Wandel, Tod, Zerfall und Auflösung unterworfen, und du solltest die Welt so sehen, wie sie ist, du solltest der Realität ins Gesicht schauen, dass du eines Tages diese Erde verlassen wirst.

Du bist hier zur Welt gekommen, weil du ein Amerikaner sein und in Amerika leben wolltest. Das war deine Wahl. Deine Geburt war nicht die Wahl Gottes; es war deine Wahl. Du hast die Willenskraft zu kommen oder zu gehen, zu handeln oder nicht zu handeln, glücklich oder unglücklich zu sein. Gott ist dafür nicht verantwortlich; er liebt euch alle gleichermassen. Das Gesetz der Liebe, das frei und gleichmässig ohne irgendeine Einschränkung von Ewigkeit zu Ewigkeit fliesst, wird der Herr des Lebens genannt. Du bist unglücklich, weil du dieses Gesetz nicht verstehst. Du willst keine Verantwortung übernehmen, aber wenn du keine Verantwortung übernimmst, passiert nichts.

Entwickle innere Stärke; äussere Stärke hilft dir nicht. Das, was dir hilft, ist innere Stärke. Güte ist die grösste aller Stärken. Güte bedeutet, dass Liebe sich durch den Geist, im Handeln und in der Sprache ausdrückt. Wenn dein Geist einpunktig ist, werden deine Handlungen nicht verzerrt, und wenn deine Sprache dem folgt, dann ist nur noch Liebe da. Dann kommt Frieden, weil Liebe Frieden bringt. Liebe bringt keine Gier mit sich. Begierde ist auf die Sinne beschränkt. Liebe sinkt tief ab auf die Seelenebene, wo du begreifst, dass du eine Kräuselung der Seligkeit bist und dein Partner auch. Dann fragst du dich, wie du diese andere Kräuselung verletzten konntest, wo ihr doch in Wahrheit zwei Kinder der Ewigkeit seid. Die Frau weiss, dass ihr Mann ein Kind der Ewigkeit ist, und der Mann begreift, dass seine Frau ein Kind der Ewigkeit ist.

Wenn du deine Liebe von dort beginnst, dann gibt es keinen Konflikt, keine Trennung und keine Störung. Aber ihr fangt eure Beziehung durch den Körper an. Du denkst daran, dass deine Frau, als du sie geheiratet hast, schlank war, aber jetzt hat sie Übergewicht. Ihr beginnt alle schlechten Dinge an euch zu sehen. Eure Liebe sollte von den Sinnen zum Geist wachsen und vom Geist zum Selbst – das ist wahre Liebe. Wenn Liebe nicht wächst, ist es keine Liebe. Es gibt im Universum nur eines, das wächst, und das ist die Liebe.

Die Liebe reist umher seit Ewigkeiten. Der Mensch wandert ebenfalls auf diesem Reiseweg, und seine Liebe bewegt sich auf dieses letzte Ziel zu. Dann berührt ihn der Ruf seiner Sinne nicht mehr. Wenn du den Körper wirklich erforscht hast, seine Bedürfnisse, Wünsche und sein Verlangen, dann erkennst du nur Eine Wirklichkeit. Wenn du lernst, deine Beziehungen liebevoll, gefühlvoll und selbstlos zu pflegen, dann erweckst du die Feuer von Licht und Liebe in dir. Um das zu vollbringen, sind wir hierhergekommen.

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