Ich meditiere, weil

Swami Veda Bharati

von Swami Veda Bharati

 

Ich meditiere, um meinen normalen menschlichen Drang nach Stille zu erfüllen.

 

Ich meditiere, um tief in den Ozean der Unendlichkeit einzutauchen.

 

Ich meditiere, weil die Gurus rufen und rufen und rufen, und ich antworten muss.

 

Ich meditiere, um das Eigentum über das weite, offene Feld des Bewusstseins zurückzugewinnen.

 

Ich meditiere, um im Zustand zu bleiben, der allen Kindern der Göttlichkeit angeboren ist.

 

Ich meditiere, weil ich das Lied mitsingen möchte, dass der Saft an den Wurzeln des Banyan-Baums singt.

 

Ich meditiere, um die Musik der Blätter zu hören, die sich bei der Berührung des Mondscheins öffnen.

 

Ich meditiere, damit ich dem Chor der Welpen, Kälber, Rehkitze und Küken beitreten kann.

 

Ich meditiere, damit, selbst wenn ich hundert Jahre alt bin, die Kinder mich immer noch als einen der ihren sehen.

 

Ich meditiere, damit ich nicht nur als Kupferdraht gesehen werde, sondern als der Strom, der ich bin.

 

Ich meditiere, damit der Geist dem Geist vorgestellt werden kann.

 

Ich meditiere, damit die Seele mit der höheren Seele tanzen kann.

 

Ich meditiere, damit die Sonne auf dem Schoss der Übersonne sitzen kann.

 

Ich meditiere, damit ich den Geist des schlüpfenden Eies lesen kann.

 

Ich meditiere, damit ich dem Flossenabdruck des Fischs im Meer und dem Federnabdruck des Vogels am Himmel nachspüren kann.

 

Ich meditiere, damit das Mondlicht weiterhin grüne Baumkronen umwehen kann.

 

Ich meditiere, damit die Schreiber der Unendlichkeit Mantras in die Scheiben meines Geistes einschreiben können.

 

Ich meditiere, damit ich zu einem Stift in den Händen der Schreiber der Unendlichkeit werden kann.

 

Ich meditiere, damit mein Lotosgarten in voller Blüte bleibt.

 

Ich meditiere, damit ein absteigender Stern die Krone meines Kopfes betreten kann und sich in meinem Grosshirn niederlässt.

 

Ich meditiere, weil die Welt verwundet nieder liegt und ich auf diese Weise ein wenig von meinem Balsam auf die Wunden auftragen kann.

 

Ich meditiere, damit die Welt sanft reden kann. Ich meditiere, um alle Rufe in leises Flüstern zu verwandeln.

 

Ich meditiere, um flüsternd mit dem Liebenden der Welt zu reden.

 

Ich meditiere, um die Lieder zu erlernen, die der Fötus singt.

 

Ich meditiere um würdig zu werden, in der Gesellschaft von Propheten zu sitzen.

 

Ich meditiere, damit wohin auch immer ich gehe, ein Hauch von Frieden und Trost alle schmerzenden und geplagten Geister berühren möge.

 

Ich meditiere, damit ich lerne, meine alten zerrissenen Körper-Bekleidungen durch frische elektrische zu ersetzen.

 

Ich meditiere, um meine Seelenverwandtschaft mit den heiligen Feuerkesseln in den Tiefen der Erde zu erneuern.

 

Ich meditiere, weil die Seele des Mondes meinen Geist streichelt.

 

Ich meditiere, damit die ganze Erde zu meinem Körper werde und alle ihre Bewohner zu meinen Gliedern.

 

Ich meditiere, damit, wenn jemand meinen Namen ruft, jeder Grashalm und jedes Blatt eines Baumes mit meiner Stimme antworten: „Hier bin ich!“

 

Ich meditiere, damit, wenn ich ausatme, die Brise sanft weht, und wenn ich meinen Atem anhalte, die Stürme stillstehen.

 

Ich meditiere, damit ich belauschen kann, was die Bäume zueinander sagen, wenn sie morgens aufwachen.

 

Ich meditiere, damit ich die Träume träumen möge, die die Bäume beständig träumen.

 

Ich meditiere, damit ich für niemanden ein Fremder bin.

 

Ich meditiere, damit der Esel und die Eule, die Grashalme und die Äste der Eiche mich als ihre Schwester kennen.

 

Ich meditiere, um den Ruf meiner Freunde zu erwidern, die körperlos alle Ecken des Universums durchstreifen und dabei Seelengerüche der Gelassenheit versprühen. Sie wollen, dass ich mich ihnen anschliesse.

 

Ich meditiere, damit sich eine viereckige Wahrheit in einen geschmeidigen Kreis verwandelt.

 

Ich meditiere, um zu sein und nicht länger zu werden.

 

Übernommen aus dem Englischen von www.ahymsin.org und übersetzt ins Deutsche.

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